Unsere Sprechzeiten:

Projekt „Verzahnung der psychiatrischen Versorgung mit dem System der Eingliederungshilfe"

Projektzeitraum: 01. März 2021 bis 31. Dezember 2022. Eine Fortführung im Jahr 2023 wird angestrebt.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Versorgungssituation von erwachsenen, sogenannten Systemsprengern oder (Versorgungs-)Netzprüfern. Sie gefährden zeitweise sich und andere und sind durch Hilfen schwer zu erreichen. Das gesundheitliche und soziale Hilfesystem erlebt sie häufiger als Stress. Sie binden viele Ressourcen und sorgen für Konflikte an den Schnittstellen der Hilfesysteme.

Das Projekt möchte einen Beitrag dazu leisten, die Versorgung von erwachsenen Menschen mit schweren psychischen Störungen ((Versorgungs-)Netzprüfer) zu verbessern, indem die (akut-)psychiatrische Versorgung mit den Trägern und Leistungen der Eingliederungshilfe sowie dem Öffentlichen Gesundheitsdienst enger verzahnt werden. Die Leitidee ist: Durch kooperatives Handeln der Helfenden können passgenaue, personenzentrierte Lösungen für (Versorgungs-)Netzprüfer in den jeweiligen Versorgungsregionen gefunden werden. So kann eine dauerhafte, möglichst selbstbestimmte Lebensführung im Sozialraum auch für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und einem komplexen Betreuungsbedarf erleichtert werden. Gleichzeitig könnten wiederholte Unterbringungen nach dem Betreuungsrecht (§ 1906 BGB) oder nach dem Brandenburgischen Psychisch-Kranken-Gesetz und damit verbundenes Leid eher vermieden werden.

Bisherige Aktivitäten

Um die Situation des Hilfesystems und der (Versorgungs-)Netzprüfer zu verstehen und Lösungsansätze zu erarbeiten, fanden im Projekt bisher folgende Aktivitäten statt:

  • 2021 (erste Projektphase): wissenschaftliche Analyse der Erfahrungen von Akteuren der psychosozialen Versorgung mit erwachsenen Systemsprengern/(Versorgungs-)Netzprüfern
  • 01. April bis 31. Juli 2022 (zweite Projektphase): wissenschaftliche Analyse der Erfahrungen von ehemals Betroffenen mit Unterbringungen und der Eingliederungshilfe

Ergebnisse der beiden Projektphasen finden sich im Projektbericht „Verzahnung der psychiatrischen Versorgung mit dem System der Eingliederungshilfe"

Unser Vorhaben: Psychiatrie, Eingliederungshilfe und Öffentlichen Gesundheitsdienst regional verzahnen

In allen fünf Versorgungsregionen Brandenburgs werden regionale Akteure aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, der (akut-)psychiatrischen Versorgung und dem System der Eingliederungshilfe sowie (ehemalige) Betroffene und Angehörige zu (Online-)Workshops eingeladen. In jeder Versorgungsregion sollen drei aufeinander aufbauende Workshopmodule zu je 4 bis 5 Stunden stattfinden. In den Workshops soll die regionale Versorgungssituation von erwachsenen (Versorgungs-)Netzprüfern in den Blick genommen werden. Dazu sollen die bisherigen Projekterkenntnisse mit den regionalen Akteuren, Betroffenen und Angehörigen reflektiert und weiterentwickelt werden. Gemeinsam soll überlegt werden, welche Bedingungen passgenaue, personenzentrierte Leistungen für (Versorgungs-)Netzprüfer in der jeweiligen Versorgungsregion möglich machen und welche eher zum Scheitern beitragen. Als Ergebnis sollen Vereinbarungen zur weiteren Zusammenarbeit stehen, überregional in der Versorgungsregion und/oder in der Kommune.

2022 startet die Workshopreihe in einer Versorgungsregion. 2023 wird die Arbeit in den anderen vier Versorgungsregionen Brandenburgs fortgeführt.

Die Medizinische Hochschule Brandenburg begleitet die Workshops wissenschaftlich und evaluiert sie. Im Anschluss an die Workshops steht das Projekt den regionalen Akteuren der Versorgungsregionen weiterhin beratend zur Seite.

Fotos: André Wagenzik, Icons: Do Ra / fotolia.com